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"Berührend und sanft – wie ich meine Wunschgeburt erlebte" von Julia

Da war es wieder. Dieses beklemmende Gefühl, wenn ich daran dachte unsere Tochter im Krankenhaus zu gebären. Grelle Lichter, Hebammen, zu denen ich keine Verbindung aufbauen konnte und diese Angst davor, mich ausgeliefert zu fühlen. NEIN, die Geburt unseres Sohnes vor vier Jahren war kein traumatisches Erlebnis für mich gewesen. Es lief - medizinisch gesehen - alles glatt: Nicht 24 Stunden lang Wehen, keine Saugglocke, kein Notkaiserschnitt. Eigentlich alles paletti! Und so fragte natürlich mein Umfeld interessiert nach, ob ich denn wieder im gleichen Krankenhaus „entbinden“ (ich mag dieses Wort einfach nicht) möchte. Und so bejahte ich das immer fleißig.

Wie will ich mein Baby bekommen?

Je größer das Baby unter meinem Herzen wurde, umso stärker wuchs in mir aber der Wunsch nach einer sanften, berührenden Geburt. Ich spürte intuitiv, dass es da noch MEHR gibt. Der Weg dorthin sollte aber noch dauern. Ich war etwa im siebten Monat schwanger, als ich mich das erste Mal im Weißen Haus, einem Geburtshaus im Nürnberger Norden umschaute. Ich spürte hin und stellte mich auf einen Zettel, auf dem ich Geburtshaus geschrieben hatte.  Und es fühlte sich wackelig an. 

Mit dieser Erfahrung legte ich meinen Wunsch erst einmal beiseite. Während meiner gesamten Schwangerschaft nutzte ich diese so wunderbare Coaching-Methode der Zukunftsvision. Ich spürte mich mit allen meinen Sinnen hinein in die Situation der Geburt. Eines Tages überflutete mich buchstäblich die Vision davon, mich unter der Geburt „getragen zu fühlen“ – von meinem Liebsten.  Kurz zuvor war ich auf einer Geburtstagsfeier einer tollen Frau begegnet, die sich für das Geburtshaus entschieden hatte. Das war im August.

 

Ab diesem Moment war ich mir sicher, dass ich die beste Geburt der Welt, nur zu Hause haben kann: 

Nur hier bin ich zu 200 Prozent geborgen und in meiner vollen Kraft. Als mein Mann eines Tages zu mir sagte: „Wenn du außerklinisch gebären möchtest, dann können wir es doch gleich zu Hause machen“, war ich überglücklich und dankbar. Noch heute könnte ich ihm für diese Worte um den Hals fallen. Er gab mir endlich die Erlaubnis, die ich noch brauchte. Ich setze mich sofort mit den beiden wunderbaren Hebamme vom Weißen Haus in Verbindung und weihte sie in meinen Wunsch ein. Obwohl ich bereits in der 32. Schwangerschaftswoche war, sicherten sie mir zu, ich bei meiner Geburt zu begleiten. In den letzten Wochen vor der Geburt schrieb ich viel. Wie  unglaublich heilsam und reinigend das ist. So schrieb ich mir alle meinen Befürwörter auf einen Zettel. Mit den menschgewordenen Kritikern verfuhr ich ähnlich. Mit ihren Bedenken und Ängste ließ ich sie alle zu Wort kommen. Danach formulierte ich ihre Zweifel in für mich positive Glaubenssätze um. 

Karl Gamper sagt immer:

„Ängste sind Boten der Liebe“.

Genau mit dieser Grundhaltung bin ich mit der Skepsis meiner (Um-) Welt umgegangen: Sie wollen nur das Beste für dich. Nach dieser transformierenden Übung fühlte ich mich unglaublich stark und gefestigt. Meine positiven Sätze schrieb ich auf ein dunkelblaues Papier, diese Farbe wählte ich intuitiv aus. Mein „geheimer Code“ (schließlich konnte man ihn nur bei genauem Hinsehen lesen ;-)) hing zur Vorbereitung neben meinem Bett. Vor der Geburt warf jeden Abend beim Zubettgehen einen Blick darauf und bereitete mich so mental auf dieses überwältigende Erlebnis vor.

„Ich bin mutig und stark“.

Mit Affirmationen wie dieser erträumte ich mir meine Wunschgeburt: Anna-Lena sollte bei Kerzenschein und Musik zur Welt kommen. Ein rotes, sanftes Licht, ähnlich wie in meinem Bauch. Der Lichtkegel, der sich durch die Dunkelheit zog, strahlte eine unglaubliche Ruhe auf mich aus. Als es dann fast termingerecht so weit war, wusste mein Mann sofort was zu tun war. Raum abdunkeln, Kerze anzünden und meine Spotify-Playlist „Welcome miracle of love“ laufen lassen. Am 15.Oktober 2016 erblickte unser kleiner Engel um 1:28 Uhr das sanfte Licht unseres Schlafzimmers – bei einem meiner absoluten Lieblingslieder. Sie weinte kaum und wir konnten uns zum Beschnuppern gleich in unser eigenes Bett kuscheln. Herrlich! An diesem Wochenende lachte der Himmel über uns, denn es schien die ganze Zeit die Sonne...

Jede Frau sollte entscheiden dürfen, wo und wie sie gebären möchte. Ich habe nichts gegen Krankenhäuser, für mich war dieses aber nicht der „safest place“.  So gerne möchte ich Frauen auf ihrem Weg zu ihrer Wunschgeburt begleiten und sie darin bestärken, ihrer inneren Weisheit zu vertrauen. Vielleicht begegnet mir dieses Thema ja in einem meiner nächsten Workshops. 

Ein Beitrag von Julia Ferstl

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